Abfallwirtschaft
Asbest und Dämmwolle – gefährliche Abfälle sicher entsorgen

Abfallwirtschaft

Asbest ist seit Oktober 1993 in Deutschland und seit 2005 EU-weit verboten. Die kleinen Fasern können beim Einatmen nachweislich schwere Krankheiten in der Lunge und sogar Krebs verursachen. Das Material wurde bis zum Verbot in etwa 3.000 Produkten, vornehmlich zum Zweck des Brandschutzes oder als Isolierung, verarbeitet. Heute werden die Fasern besonders bei Sanierungen, Renovierungen oder Abbrüchen in unterschiedlichem Maße freigesetzt – je nachdem, wie das Produkt bearbeitet wird, zum Beispiel durch Ansägen, Abschlagen, Fräsen etc.
Gefahrenstoff Asbestzement
Die Produktgruppe von Asbest, die wir auf zwei Recyclinghöfen von Privatkunden annehmen, ist das Asbestzement (Handelsnamen: Eternit, Fulgurit, Baufanit). Das ist festgebundener Asbest, der 10 bis 15 Prozent Asbestfasern sowie Zement als Bindemittel enthält. Er findet sich häufig in Fassadenschindeln und Wellplatten von Dacheindeckungen, außerdem in Lüftungs- oder Abflussrohren, in Kabel- oder Elektroschächten, als Verkleidung von Brandschutztüren, in Bodenbelagsplatten (Floor-Flex-Platten, Asphalt-Tiles) oder in Blumenkästen. Werden die Gegenstände durch Verwitterung oder Beschädigungen angegriffen, können die giftigen Fasern freigesetzt werden. Das Wissen, wo überall Asbestzement verbaut ist, fehlt jedoch häufig bei Mietern und Hausbesitzern.
Gefahrenstoff Dämmwolle
Zur (Wärme-)Dämmung eines Hauses oder zum Schall- und Brandschutz kommt häufig Dämm- oder Mineralwolle zum Einsatz. Sie enthält künstliche Mineralfasern, die überwiegend aus Mineralien (Steinwolle) oder Glas (Glaswolle) erzeugt werden und sich ebenfalls in der Lunge absetzen können. Alte Produkte von vor 1996 werden grundsätzlich als krebserregend eingestuft, jene von vor 1993 können auch Asbest enthalten. Produkte, die bis 2000 eingesetzt wurden, gelten als potenziell krebserregend. Seit dem 1. Juni 2000 ist Dämmwolle nur noch mit gültigem RAL-Siegel erlaubt und gilt nun als ungefährlich, weil die Fasern biolöslich bzw. vom Körper abbaubar sind.
Entsorgung auf den Recyclinghöfen Duisburg-Nord und -Mitte
Gegenstände aus Asbestzement und Dämmwolle (von vor 2000) gelten als Sondermüll und können von Privatpersonen ohne Voranmeldung auf den Recyclinghöfen in Duisburg-Nord und -Mitte angeliefert werden. Sie dürfen nicht dem Bauschutt oder anderen Abfällen beigemischt werden, sonst werden hohe Bußgelder fällig. Privatpersonen dürfen maximal 1 Kubikmeter kostenpflichtig abgeben – gut verpackt in staubdichter Folie oder in Big-Bags. Zum eigenen Schutz sollten Sie sich bei Rückbau und Verpackung an die technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) halten oder gleich bei umfangreicheren Arbeiten einen zertifizierten Fachbetrieb beauftragen.
Auch an unseren Betriebsstätten gelten strenge Vorschriften zum Umgang mit Sonderabfällen, unter anderem eine zugelassene Höchstmenge für die Zwischenlagerung der angenommenen gefährlichen Abfälle. Für die Entsorgung des Materials haben wir feste Deponien als Vertragspartner, bei denen es betriebsbedingt auch einmal zu Verzögerungen kommen kann – wie zuletzt im Dezember 2025. So war es uns für einen Zeitraum von drei Wochen nicht möglich, Asbestzement und Dämmwolle zur Deponierung abzugeben. Die Suche nach einer Lösung erforderte leider etwas Zeit, sodass wir bei einigen Kunden vorübergehend die Annahme ablehnen mussten. In so einem Fall haben Sie dann zwei Optionen: Die verpackten Abfälle werden wieder mitgenommen und vorübergehend auf dem eigenen Grundstück zwischengelagert. Oder Sie wenden sich an einen Fachbetrieb, der für Sie die Entsorgung auf einer technisch gesicherten und überwachten Sonderabfalldeponie übernimmt.
Sollten Sie über größere Mengen dieser Fraktionen verfügen, so können wir Ihnen über unseren gewerblichen Vertrieb einen Container mit einem Big-Bag zur Verfügung stellen, in den Sie das Material fachgerecht einfüllen und in dem Sie es verpacken können. Der Container wird dann direkt von Ihrem Grundstück zur Sonderabfalldeponie transportiert und das Material dort dauerhaft entsorgt.
Für eine individuelle Beratung oder Containerbestellung kontaktieren Sie uns gerne!
Tel.: (0203) 283 - 4000
E-Mail: vertrieb@wb-duisburg.de