Immobilien

Sanierung des „Café Oberhof“

In vielen kleinen Schritten nähert sich das Bürger- und Kulturzentrum „Café Oberhof“ in Duisburg-Beeck seiner Wiedereröffnung.

Innenansicht einer Baustelle mit freiliegenden, alten Holzbalken und einem gemauerten Schornstein unter einem Gerüstdach
Der alte Dachstuhl des Cafés Oberhof zeigt eindrucksvoll, warum die Sanierungsarbeiten so zeitaufwendig waren: Jeder einzelne Holzbalken musste sorgfältig unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes saniert werden, um die Stabilität und den historischen Wert zu erhalten.

Die Sanierung läuft seit dem Frühjahr 2024 unter der Verantwortung des Geschäftsbereichs Immobilien der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Dabei geht man von oben nach unten und unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes vor. Das Gebäude ist mit über 360 Jahren das zweitälteste in der Zuständigkeit der WBD. Eine Altersbestimmung des verbauten Holzes bestätigte das stolze Alter und den Bau im Jahr 1665.

Ein Meilenstein steht unmittelbar bevor

Nach dem Abschluss der Sanierung des Dachstuhls und des Daches wird das Gebäude enthüllt und für alle wieder sichtbar. Die Entfernung des Gerüsts folgt zeitnah darauf. Bis dahin werden die Schäden an den Außenseiten ausgebessert sein, die durch den Brand im Jahr 2020 und durch langjährige biologische Einflüsse wie Hausschwamm oder Holzwurm entstanden sind.

Holzfachwerk mit neuen schrägen und waagerechten Balken in einem Dachstuhl unter einem transparenten Schutzdach

Um möglichst viel der alten Substanz zu erhalten, wurden vom Zimmerer Balken des Tragwerks zersägt und teilersetzt. Ähnliches erfolgte beim Dachtragwerk. Teilweise wurde neues Holz ergänzend angebracht. Die Fenster und Klappläden waren partiell nicht mehr funktionstüchtig. Letztere wurden vom Schreiner vom Lack befreit und wieder aufgebaut, also rekonstruiert. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt montiert. Der Giebel und das Dach wurden in ihrer ursprünglichen Form und mit traditionellen Hohlpfannen als Dachziegel denkmalgetreu vom Dachdecker erneuert.

Dachstuhl mit neuen Holzbalken und Metallstützen in einem historischen Gebäude unter Renovierung

Unterm Dach wurden wesentliche Maurerarbeiten vollzogen. Am Drempel (Mauerwerk, auf dem das Dach aufliegt) wurden vom Hausschwamm befallene Steine einzeln entfernt, gereinigt und wenn möglich zur Aufmauerung wiederverwendet. Die neu eingefügten „Ersatzsteine“ wurden dem historischen Alter entsprechend besorgt und vorab bearbeitet. Die Steine an den Kaminen konnten alle erhalten bleiben. Um dort Rissbildungen zu verhindern und mehr Stabilität zu erzeugen, wurden jedoch Anker gesetzt und die Kamine zusätzlich neu verfugt. Danach konnten auch die nachträglich eingebauten Mauerwerkswände im Treppenbereich an die Außenwände angeschlossen werden.

Zwei nebeneinander gezeigte Innenräume mit sichtbaren Deckenbalken und teilweise freigelegten Wänden, links ein Fenster mit Kreuzsprossen, rechts ein längliches Fenster nahe der Decke

Für die Planungen und die Ausführungen dieser Arbeiten sind spezialisierte Firmen notwendig, die sowohl die fachliche Expertise als auch die erforderliche Erfahrung im Umgang mit Denkmälern mitbringen. Sie sind aber schwer zu finden, da es an qualifiziertem Personal mangelt. Die Gewerke müssen ihr Vorgehen eng und fortwährend mit den Denkmalschutz-Behörden abstimmen. Mit den historischen Zeugnissen gehen sie äußerst sensibel um, damit sie maximal erhalten bleiben können. Dieser Rahmen macht den Prozess so langwierig im Vergleich zu herkömmlichen Sanierungen.

Sind die Arbeiten am Rohbau abgeschlossen, wird in naher Zukunft die Abteilung für die technische Gebäudeausrüstung tätig. Sie stellt die Elektroinstallationen bereit, richtet die Heizungs- und Lüftungssysteme ein und baut zusätzlich noch einen Blitzschutz ein. Danach geht es mit dem Innenausbau unter anderem an Treppen, Türen und Decken weiter.

Wiedereröffnung voraussichtlich Mitte 2027

„Gut Ding braucht Weile“ und damit die Freude über die Wiedereröffnung nicht durch Nacharbeiten getrübt wird, gehen wir derzeit von einer Fertigstellung bis Mitte 2027 aus. Der betreibende Netzwerk Oberhof e.V. kann diesen Tag kaum erwarten, denn man möchte die bisherigen Aktivitäten und Angebote im Bereich Kunst und Kultur unbedingt wieder aufnehmen und das Café als Ort der Verständigung weiterführen.